THOUGHTS – HELLO FROM THE OTHER SIDE

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Ich weiß, ich weiß, Kolumnen über glückliche Beziehungen will keiner lesen. Keiner will schmalzige Liebesschwüre hören oder Geschichten aus dem perfekten Zusammenleben. Aber bei mir hat sich im letzten Jahr diesbezüglich so ein einschneidender Wendepunkt ergeben. Und denn will ich in jedem Fall versuchen festzuhalten, in Worte zu fassen.
Ich bin seit knapp einem Jahr in einer Beziehung, in einer Beziehung die alles verändert hat was vorher in meinem Kopf so festsaß. Die erste Beziehung in der ich nicht permanent kämpfen muss, nicht ständig das Gefühl habe nicht gut genug zu sein, etwas ändern zu müssen oder irgend ein Spiel spielen zu müssen. Es passte, von Anfang an. Kein „Wer schreibt zuerst“, kein „Wer gibt als erster nach“ und keine Zweifel.

Natürlich haben auch mich die üblichen Gedanken gequält. „Findet Er mich wirklich gut oder hält Er mich nur hin bis ihm eine gute Ausrede einfällt?“, „Gibt es ein zweites Date oder lässt Er den Kontakt langsam einschlafen?“ Man kennt das. Und ja, auch ich war mir zumindest bis zum zweiten Date ziemlich sicher dass Er mich eigentlich irgendwo in Richtung „Merkwürdig“ einordnet.
Im Nachhinein ist das völlig meinem Selbstbewusstsein geschuldet, welches mich bei solchen Gelegenheiten gerne mal verlässt, denn Anlass zu dieser Befürchtung hat Er mir nie gegeben. Und meine Zweifel hat Er, ohne von ihnen zu wissen ganz nebenbei und von Anfang an ausgeräumt.
Er hat geschrieben. Ja, auch mal als Erster und auch mal zwei Nachrichten nacheinander. Und er gab mir von Anfang an das Gefühl dass ich seine Zeit wert bin. Nicht die Notlösung, die die einspringt wenn alles andere flachfällt und auch nicht eine Spielkarte von denen er im Notfall noch ein paar in der Hinterhand hat. Klar, eine Beziehung ist das noch lange nicht und das hat auch noch eine Weile gedauert. Aber: Keine Spielchen. Von Anfang an, die Karten auf dem Tisch. Dem „was auch immer es ist“ Raum zum atmen geben und Platz zum sich entwickeln.
Und heute, nach einem knappen Jahr, funktioniert es immer noch genau so.Wir haben unsere ersten Diskussionen hinter uns und auch den ein oder anderen Streit über grundlegende Dinge. Wir sind defintiv nicht immer einer Meinung und aus der Phase mit der rosaroten Brille lange raus. Aber was die Basics angeht wissen wir, woran wir sind. Immer und zu 100%. Klingt langweilig, ist aber so wichtig. Natürlich darf man seine Geheimnisse haben und natürlich sollte man immer eine eigene Persönlichkeit bewahren. Aber was die grundlegenden Dinge angeht gibt es das schon, dieses gruselige „Wir“ was man eigentlich gerne vermeidet um nicht als „Pärchen-Pärchen“ dazustehen.
Ich habe nie daran geglaubt dass es so einfach sein kann. Ich dachte immer ich muss mich ändern, mich optimieren um eine glückliche Beziehung zu verdienen. Ich habe dem Fehlverhalten meines Partners viel zu viel Toleranz entgegengebracht, einfach weil ich dachte „Der arme Kerl hält es mit mir aus, kein Wunder dass der einen Ausgleich braucht!“ Ich habe es mit mir selbst kaum ausgehalten, warum sollte das dann jemand anderes tun? Und natürlich bemerkt man in einer Beziehung eher Dinge die man noch besser machen kann als wenn man alleine ist. Aber nicht als Bedingung für eine funktionierende Beziehung, sondern als Resultat daraus dass ein Partner einem Kraft gibt sich solche Dinge einzugestehen.
Und damit sind wir dann wieder bei den vielen, vielen Single-Girl-Kolumnen. Wenn es doch so einfach sein kann, wieso ist es dann oft so problematisch? Wieso spielen erwachsene Menschen diese Spielchen und halten sich die Optionen offen wo es geht? Nur nicht festlegen, nur keine Schwächen zeigen?
Ich glaube: Ein Stück weit macht es Spaß, das Spiel. Und ich kenne keinen, der das nicht ab und an vermisst, sobald er in einer Beziehung ist. Eins ist nicht besser als das Andere, oder erstrebenswerter. Man muss nicht auf eine feste Beziehung hinarbeiten, das ist keine automatische Garantie für Erfüllung oder Glück und sich nie auf ein „Für Immer“ mit einem Mann einzulassen ist ganz genau so legitim.
Aber ich finde auch: Wenn etwas damit beginnt dass man sich dauerhaft unsicher ist ob der Andere einen mag, wenn man auf Abstand gehalten wird weil der Andere noch Optimierungsspielraum sieht und wenn man beginnt an sich selbst herum zu ändern weil man glaubt dass man dann besser gefällt – dann wird das nix. Das mag sehr pauschal sein und Ausnahmen dürften auch hier die Regel bestätigen. Misskommunikation ist beim  Dating ja ohnehin allgegenwärtig.
Aber wer etwas ehrliches will sollte auch Ehrlichkeit mitbringen und angstfrei geradeheraus sagen können was er fühlt. Auch wenns schwer fällt, denn irgendwie sind wir was das angeht sicher alle gebrannte Kinder.
Aufgeregt sein, das gehört auf jeden Fall dazu. Eine gewisse Unsicherheit bestimmt auch. Aber Angst? Sich selbst zu klein fühlen? Davon muss alles was mit Liebe zu tun hat sich frei machen, das habe ich mit dieser Beziehung gelernt.
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